QR 2 Sulbergturm „sulbergwarde“

Der Begriff „sulbergwarde“ taucht schon im 14. Jahrhundert auf. Die Stadt Duderstadt hatte im Mittelalter eine Verteidigungsanlage. Sie bestand aus der inneren Stadtmauer mit Stadttürmen und dem äußeren Wall, beides noch heute sehr gut erhalten. Ein weiterer Bestandteil der Verteidigungsanlage waren 16 Wachtürme bzw. Warten, die auf den umliegenden Bergen um die Stadt Duderstadt standen. Beispiele sind die Seulinger Warte, die Rote Warte, die Tettelwarte und die Sulbergwarte. Sie sind im 14. bzw. 15 Jahrhundert errichtet worden. Die Türme sind wie folgt beschrieben worden: „Sie sind fast sämtlich kreisrund, ca. 30 Fuß (ca. 8,7 Meter) im Durchmesser, der Eingang befindet sich durchgängig 10 bis 15 Fuß (ca. 2,90m bis 4,40m) über dem Erdboden und war nur über eine Leiter zugänglich.“

Aus: L. von Wintzingeroda-Knorr, Die Wüstungen des Eichsfeldes, Halle 1903, S.952 in Ehbrecht, U., Die Befestigung der Stadt Duderstadt, Mecke Druck und Verlag, Duderstadt, 1993

Der heutige ebenerdige Eingang zum Sulbergturm und eine Treppe im Turm waren nicht vorhanden. Beides ist erst später eingebaut worden. Oberalb der Einstiegsluke, die man mit der Leiter erreichte, war die Wächterstube. Der Wächter konnte in alle Himmelsrichtungen nach Feinden Ausschau halten. Es war ein Frühwarnsystem für die Bewohner der Stadt Duderstadt. Bei Gefahr alarmierte der Wachmann auf dem Sulbergturm mit einem Feuer einen Wachmann, der sich im Turm der Oberkirche befand. Der Wachmann sorgte dann für die Warnung der Stadtbevölkerung. Die Türme waren nicht immer besetzt, sondern nur in Krisenzeiten. Der Sulbergturm diente auch zur Überwachung der Nürnberger Frachtstraße, die von Mingerode durch den Hohlweg über den Sulberg nach Duderstadt führte. Die Nürnberger Frachtstraße führte vom Mittelmeer bis nach Skandinavien. In Duderstadt kreuzten sich Handelsstraßen. Handelsstraßen waren eine gute Einnahmequelle, weil die Händler Zoll und Wegegeld bezahlen mussten.

Der Weg führte bergauf über den Sulberg. Die schweren Handelswagen brauchten hierfür Zughilfe durch Pferde. Dies war eine gute Einnahmequelle für die Bauern aus Duderstadt und Mingerode.

Der Turm war auch ein Teil der „Duderstadt-Knicks“. Um Duderstadt gab es neben dem Wall und der Stadtmauer in einem weiteren Umkreis eine zusätzliche Befestigungsanlage, die aus einem Erdwall/Graben und einem 40 bis 50 Meter breiten Streifen aus undurchdringlichen Hecken, einem „dorniedigen Gestrüpp“, bestand. Die Äste wurden immer wieder geknickt, damit die Hecken dichter wurden. Das war ein sogenannter „Knick“.

Es lohnt sich den Turm zu besteigen. Eine Eisentreppe mit 52 Stufen führt nach oben. Der Turm hat eine Höhe von 10 Metern. Bei gutem Wetter hat man einen wunderbaren Rundumblick.

Familie Kopp, Mingerode, baut Dach auf Sulbergturm

Auf älteren Bildern sieht man den Sulbergturm ohne das Dach. Die Sulbergwarte hatte bis 1998 keine Bedachung. Die Stadt wollte aber zum Schutz des Gebäudes eine Abdeckung vornehmen. Wegen der komplizierten Konstruktion hat sich keine Zimmerei so richtig für die Aufgabe interessiert. Heiko Kopp, Mingerode, hat damals bei der Firma Engelhardt, Duderstadt, gearbeitet. Sein Interesse lag schon in seiner Lehrzeit als Zimmermann bei komplizierten Dachkonstruktionen in Kirchtürmen, so dass ihn die Bedachung des Sulbergturmes sehr beschäftigt hat. Die Arbeit an dem Dach hat Heiko der Stadt Duderstadt gespendet. Er hat dann auf dem Zimmerplatz der Firma Spieß in Pöhlde das Lärchenholz zugeschnitten und bearbeitet. Bei der Aufrichtung auf dem Turm haben sein Vater Alois und sein Bruder Werner geholfen. Die Dachdeckerarbeiten sind danach von der Dachdeckerschule in St. Andreasberg durchgeführt worden. Ein Blick unter das Dach beweist die wunderbare Zimmerarbeit.

Die Information stammt von Andreas Müller, Mingerode.

Wandern

Auf „Schusters Rappen“ kann man die sanfte Hügellandschaft des Eichsfelds herrlich erkunden. Eine vielfältige Landschaft mit Wäldern, Wiesen, etwas Wasser und dem „Grünen Band“ lässt das Wandererherz höher schlagen. Auf Schusters Rappen geht es entlang an bunten Fachwerkhäusern, der alten Stadtmauer und über den 500 Jahre alten Wall zur historischen Warte auf den Sulberg.

Die Sulbergwarte war markanter Bestandteil der mittelalterlichen Befestigungsanlage der Stadt Duderstadt. Zusammen mit der Stadtmauer, dem Ringwall und den vorgelagerten Knicks bildete sie ein ausgeklügeltes Verteidigungssystem. Wie das damals alles so funktionierte, erklärt Bernhard Köhler als Knickmeister „Borchard Borchardes“, der von 1539-1542 für den ordnungsgemäßen Zustand der Knicks verantwortlich war.

Als Belohnung für Ihre Mühen können Sie, an der Sulbergwarte angekommen, den herrlichen Ausblick vom Turm genießen. Anschließend begleitet Sie „Borchard Borchardes“, unterwegs mit nützlichen Informationen gespickt, zum Ausgangspunkt der Wanderung, dem Rathaus, zurück.

Termine: Auf Anfrage ab 5 Personen, max. 25 Personen
Treffpunkt: Historisches Rathaus, Marktstraße 66
Dauer: ca. 3 Stunden
Preis: Jugendliche ab 12 Jahren 3 Taler*, Erwachsene 6 Taler*

Gruppenführungen bis max. 25 Personen auf Anmeldung bei:
Bernhard Köhler, Tel.: 0151 44248837, E-Mail: bernd-th.koehler@t-online.de
oder der Gästeinformation der Stadt Duderstadt, Markstr. 66, 37115 Duderstadt, Tel.: 05527 841200.
Gruppenpreis: Ab 12 Personen 65 Taler* pauschal, Jede weitere Person 4 Taler*

* 1 Taler entspricht 1 Euro.